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1422
Vom Mittelalter in die Moderne
Das Girsbergerhaus ist das älteste, noch erhaltene Fachwerkgebäude der Schweiz. Es steht in Unterstammheim, im Zürcher Weinland. Die dendrochronologischen Untersuchungen datieren die ältesten Holzteile des Hauses auf das Jahr 1422. Die Nord- und Ostfassaden sowie die Dachkonstruktion sind gemäss Bericht der Zürcher Denkmalpflege weitestgehend authentisch erhalten. Als einzigartig werden die noch originalen spätmittelalterlichen Fenster in der Ostfassade eingeschätzt. Das Objekt ist ein typisches Vielzweckhaus, ursprünglich mit den Wirtschaftsräumen im Erdgeschoss und den Wohnräumen im Obergeschoss.


«Bei so viel Holz im Haus musste es eine Stahlküche sein»
Historisch und volkskundlich ist das Haus eine Exklusivität. Es befindet sich im Inventar von kantonaler und nationaler Bedeutung. Der Kanton Zürich, in dessen Eigentum sich das Girsbergerhaus seit dem Jahr 2000 befindet, hat dafür 2,8 Millionen Franken investiert. Der Riegelbau war lange Jahre in schlechtem Zustand und ist jetzt von Rüegg Architekten Zürich in enger Absprache mit der Denkmalpflege während zweier Jahre sorgfältig und hervorragend saniert worden. Dabei wurden die historische Bausubstanz und die Eingriffe im frühen 20. Jahrhundert grösstmöglich erhalten. Die ganze Aussenhülle wurde saniert. Ebenso mussten die gebäudetechnischen Installationen neu erstellt werden.
Museum und Wohnhaus
Während das Tenn zu einem Schaulager für das Ortsmuseum ausgebaut wurde, sind die übrigen Bereiche des historisch wertvollen Objekts mit teils prägnanten Eingriffen wieder für eine Wohnnutzung umgestaltet worden. Sichtbar macht das vor allem die Forster Stahlküche, die mit ihrem Metallic Design einen markanten Kontrast zum mittelalterlichen Habitat setzt. Für den Architekten war der Fall klar: «Es musste, bei so viel Holz im Haus, eine Stahlküche sein. Industrielle Holzanfertigungen wollten wir möglichst vermeiden. Zudem besteht schon der alte Herd aus Metall.»
Entstanden ist eine moderne, dennoch schlichte Stahlküche, die aufgrund des Grundrisses in drei Komponenten aufgeteilt ist. Die Küchenzeile mit dem Herd an der Wand ist mehrteilig und mit einem Hochschrank versehen. Der Backofen mit Kästen ist in einen Betonpfeiler eingebaut, der das Haus stützt, und in dem auch die ganze Haustechnik untergebracht ist. Ein halbes Geschoss höher sind im gleichen Pfeiler Waschmaschine und Tumbler eingerichtet. Auffallend ist die mit Rauchöffnungen versetzte Wand oberhalb des alten Herds. Die Metallschieber wirken aufgrund ihrer Anordnung und verschiedener Grössen von Weitem betrachtet wie eine abstrakte Bild-Komposition.

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